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Anreize für Investitionen in konventionelle Kraftwerke - Reformbedarf im liberalisierten Strommarkt

Helmuth-M. Groscurth und Sven Bode

arrhenius Discussion Paper 2

Abstract

In Deutschland und in Europa müssen in den nächsten Jahrzehnten neue Kraftwerkskapazitäten in erheblichem Umfang aufgebaut werden. Der liberalisierte Strommarkt in seiner heutigen Form bietet jedoch – auch in Abwesenheit klimapolitischer Nebenbedingungen – nur in Ausnahmefällen Anreize für den Bau neuer Kraftwerke. Diese Situation wird durch die Unsicherheit über die langfristigen klimapolitischen Ziele und den forcierten Ausbau erneuerbarer Energien verschärft.

Es ist daher erforderlich, über eine Anpassung des heutigen Marktmodells nachzudenken, um eine dauerhaft-umweltgerechte Stromversorgung sicherzustellen. Eine attraktive Option innerhalb der Logik eines liberalisierten Strommarktes ist dabei die Einrichtung von Kapazitätsmärkten, die neuen Kraftwerken zusätzliche Einnahmen verschaffen. Kapazitätsprämien sind mit den langfristigen Klimaschutzzielen aber nur dann vereinbar, wenn bei der Ausschreibung für die neuen Kapazitäten der CO2-Ausstoß Berücksichtigung findet oder stringente, unverrückbare Emissionsbudgets für den Emissionshandel definiert werden. Daraus ergibt sich unmittelbar die Notwendigkeit für eine integrierte Energie- und Klimastrategie, die festlegt, welche Kapazitäten zur Stromerzeugung Deutschland bzw. besser noch die EU künftig haben soll.