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Handel mit Grünstromzertifikaten bei Existenz von Emissionszielen: Gewinner und Verlierer in der EU

Sven Bode

In: Zeitschrift für Energiewirtschaft (ZfE), 4/2008, S. 241 ff.

Im Rahmen der Ausbauziele für erneuerbarer Energien in der EU wird nach der Veröffentlichung des Richtlinienvorschlags der europäischen Kommission vom 23. Januar zurzeit intensiv über das ob und wie eines Handels mit Grünstromzertifikaten diskutiert. Ein Antrag der Opposition im Bundestag fordert ausdrücklich die Unterstützung dieses Ansatzes. Jüngst wurde ferner auch die Stellungnahme des EU Parlaments vorgelegt, die zahlreiche Änderungsvorschläge enthält. Der vorliegende Beitrag verlässt diese Detaildiskussion über die mögliche Ausgestaltung eines solchen Systems und untersucht die Wirkung eines Grünstromzertifikatehandels mit Emissionszielen auf Staatenebene. Es wird gezeigt, dass unter den derzeitig diskutierten Voraussetzungen Mitgliedsstaaten wenig Anreize haben, Grünstromzertifikate zu kaufen, da dadurch die Gesamtkosten der Zielerfüllung für Emissionsund Grünstromziel steigen können. Die nationale Erfüllung der Grünstromziele könnte demnach in der Gesamtbetrachtung für einzelne Mitgliedsstaaten günstiger sein. Unklar ist, ob derartige Vorhaben in Zukunft mit den Regeln des EU-Binnenmarkts kompatibel sind. Entsprechend könnte es „Zwangsverlierer“ geben.