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EEG-Umlage: Grenzen der Interpretation im Kontext der Energiewende

Sven Bode

arrhenius Discussion Paper 12, Hamburg, September 2013

Zusammenfassung

 Die massive Erhöhung der sogenannten EEG-Umlage zu Beginn des Jahres 2013 hat die Diskussion über das Förderinstrument für die erneuerbaren Energien wieder belebt. Seit kurzem wird in der Presse bereits ein Anstieg für 2014 auf 6,5 Cent je Kilowattstunde diskutiert. Aus der gestiegenen Umlage wird regelmäßig auf die Kosten der Energiewende geschlossen.

Der vorliegende Beitrag nimmt die Diskussion als Anlass, Möglichkeiten und Grenzen der Interpretation der Umlage zu analysieren. Es wird gezeigt, dass die Umlage kein geeigneter Indikator für die Kosten der Energiewende ist. Die Begründung hierfür liegt in der Tatsache, dass sie sich im Wesentlichen aus den Differenzkosten der durchschnittlichen Stromgestehungskosten aller EEG-Anlagen und den Grenzkosten der in den einzelnen Stunden jeweils preissetzenden Anlage am Strommarkt zusammensetzt. Auf letztere haben die EEG-Anlagen selbst jedoch einen Einfluss.

Ein sachgerechterer Vergleich müsste dagegen vielmehr die Stromkosten in einem Referenzszenario mit einem alternativen Kraftwerkspark betrachten, z. B. einen Kraftwerkspark ohne erneuerbare Energien.

Eine derartige Betrachtung käme zu deutlich geringeren theoretischen „EEG-Kosten“, die in Zukunft sogar negativ sein könnten. Die heutigen Kosten (Investitionen) der Energiewende führen dann zu einer Rendite, die zukünftige Stromverbraucher bekommen. Auch ein weiterer Anstieg der EEG-Umlage auf z.B. 8 ct je kWh stellt dann – verglichen mit den Optionen für den Kraftwerkspark – die günstigste Alternative dar.